Krankenkassen

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fritz
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Krankenkassen

Beitrag von fritz » 1. Oktober 2023, 22:17

Und natürlich steigen auch dieses Jahr die Krankenkassenprämien wieder enorm, das macht langsam keine Freude mehr. Jetzt bin ich mir am Überlegen, ob ich jetzt auch mal wechseln soll, obwohl ich das ständige Wechseln ziemlich unnütz finde, weil es ja die Prämien noch weiter nach oben treibt.

Ich bin schon seit über 20 Jahren bei der Kasse mit den, gemäss Umfragen, unzufriedensten Kunden, der Assura, und war eigentlich immer zufrieden.

Die Assura war lange die Billigste, weil sie unter anderem, bei den administrativen Kosten sparen kann. Bei fast allen anderen Kassen bekomme ich vom Arzt ein Rezept, gehe damit zur Apotheke, die senden die Rechnung zur KK und hoffen, einigermassen bald von denen die Kohle zu bekommen, sie rechnen dabei noch zwei verschiedene Pauschalen drauf. Die KK macht für alle die Buchhaltung und als Kunde bekommt man Briefe und Rechnungen, mit Beträgen, die bereits beglichen wurden, die man der KK zurückzahlen muss.

Bei der Assura geht das viel einfacher, ohne viel administratives Hin- und Herbert. Ich gehe mit dem Rezept zur Apotheke, weil ich ich wenn immer möglich nur Generikas nehme, bekomme ich (bei den richtigen Apotheken) einen Rabatt auf die Medis und weil ich gleich bar bezahle, entfallen auch die zusätzlichen Gebühren (bei den richtigen Apotheken). Ich bin zufrieden, weil ich weniger bezahlen muss und der Apotheker ist zufrieden, weil er das Geld gleich bar bekommt und dem nicht hinterherrennen muss.

Ich werfe alle Rechnungen auf einen Stapel und nur, wenn ich die Franchise übersteige, sende ich die alle zusammen per Post oder per Handy-Applikation fotografiert zur Assura, die mir dann zurückbezahlen. Ausnahmen sind Spitalrechnungen, die werden von der Assura direkt bezahlt.

Solange ich die Franchise nicht erreiche, haben die Leute bei der Assura absolut keine Arbeit mit mir, ausser dem Einstreichen meiner Prämie. Darum war die immer so billig.

ABER: schon letztes Jahr und noch mehr dieses gehört die Assura nicht mehr zu den billigsten, keine Ahnung warum, wahrscheinlich hat das Management zu stark abgesahnt. :(

Soll der fritz jetzt die Kasse wechseln? Irgendwie bin ich dazu zu träge, neue App, neues Log-In-Verfahren, alles neu, und nach einem Jahr wird die dann wieder zu teuer sein und schon wieder wechseln angesagt... :( Und das System der Assura finde ich immer noch am besten, aber dann soll es natürlich auch billiger sein.

Im Moment wären Atupri und Sympany am billigsten für mich.

Wechselt ihr regelmässig?

Gruss
fritz

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Meerkat
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Re: Krankenkassen

Beitrag von Meerkat » 3. Oktober 2023, 15:44

Mal vorab: Ich bin seit Geburt bei der gleichen Kasse (CSS).
Meine Meinung zu den KK:
- die Medikamentenpreis sind in CH exorbitant und es gibt keinen Wettbewerb, Parallelimporte sind nicht gestattet. Klar sind die Preise auch für andere Produkte in der Schweiz höher als im Ausland. Aber im Gegensatz zu Medikamenten (und ärztlichen Behandlungen) darf ich Lindor-Kugeln in die Schweiz einführen. Warum nicht. Aber bei Gesundheitsprodukten gibt es einen Protektionismus und keinen echten Wettbewerb.
- Seit ich über 50 Jahren eine eigene Familie mit mehreren Kindern hatte und damit auch viele Leistungen der KK, wurde NIE nachgefragt, ob die verrechneten Leistungen auch erbracht wurden. Carte Blanche für die Aerzte und Spitäler. Warum muss ich beim Verlassen der Arztpraxis/Klinik keinen "Lieferschein" unterschreiben? Selbst eine Arztrechnung geht heute direkt zur KK und ich erhalte ein paar Monate später eine Kopie z.K. (zur Kenntnis, nicht zur Kontrolle!).
Bei Aerzten/Spitälern bin ich Patient (= Geduldiger) und nicht etwa Kunde. Dies sagt schon einiges über die herrschenden Einstellungen. Ich kam mal ganz schlecht an, als ich eine Aerztin bat, mich als Kunden zu bezeichnen. Die Menschen sehen das Gesundheitssystem immer noch als etwas Wohltätiges an, aber für die Anbietenden ist es ein knallhartes und profitables Business. Ich gebe gerne zu, dass ich auch ein paar ROG im PF habe ;) .

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Perry2000
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Re: Krankenkassen

Beitrag von Perry2000 » 4. Oktober 2023, 09:06

Also ich bin jetzt 50ig und habe 1x die Kasse gewechselt vor 10 Jahren als ich Vater wurde.
Das auch nur weil meine alte Kasse geschlampt hat und die Beratung fürs 1. Kind unter aller Sau war.
Ich hatte weder mit der alten Kasse, noch mit der neuen Kasse sonnst Probleme.

Aber das die Kosten jedes Jahr steigen wundert mich nicht.
Da ich leider seit ein paar Jahren regelmässig Rezeptpflichtige Medikamente benötige (die ich selber bezahle), wird auch da kräftig abgesahnt. Die Dauerrezepte waren bis vor 2 Jahren 12 Monate gültig. Jetzt sind sie aber nur noch 6 Monate gültig.
Also ein Dauerrezept das dauernd nach 6 Monaten mit einem kostenpflichtigen Arztbesuch erneuert werden muss.
Da wundert man sich wirklich dass die Prämien steigen?
Ich habs aufgegeben mit meinem Arzt zu streiten....
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Meerkat
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Re: Krankenkassen

Beitrag von Meerkat » 4. Oktober 2023, 12:41

Hier ein (Gratis-/Werbe-) Artikel, interviewing den Chef von Sandoz welche heute an die Börse gehen:
«Die Schweiz könnte bei Medikamenten jedes Jahr Hunderte Millionen sparen»
Mitten in der Diskussion über steigende Gesundheitskosten geht Sandoz heute an die Börse. Herr Saynor, wie werden Sie für Anleger interessant? Müssen Sie jetzt günstige Medikamente mit abgelaufenem Patentschutz profitabler machen?

Die Generika-Industrie produziert 80 Prozent aller Medikamente weltweit, und das zu 25 Prozent der Kosten der Originalhersteller. Das ist ein enormer Beitrag für die Stabilität von Gesundheitssystemen. Sandoz ist als Marktführer ein wichtiger Partner für die medizinische Grundversorgung, und das wird auch so bleiben.
Die Schweiz könnte bei Medikamenten jedes Jahr Hunderte Millionen Franken sparen, wenn sie mehr umstellen würde. In der Schweiz haben Generika und Biosimilars lediglich einen Marktanteil von rund 25 Prozent. In Europa sind es rund 70, in den USA 90 Prozent.
Den entscheidenden Punkt sehe ich woanders: Arztpraxen und Apotheken in der Schweiz verdienen mit dem heutigen Margensystem mehr, je teurer die Medikamente sind. Dieser Fehlanreiz treibt die Kosten in die Höhe. Da ist der Gesetzgeber am Zug.
Ueber diese Aussagen werden sich einige Basler Kollegen ärgern 8-)

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Meerkat
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Re: Krankenkassen

Beitrag von Meerkat » 11. Oktober 2023, 21:13

Heute von meinem Kardiologen gehört:
Frage: Was ist der Unterschied zwischen einem Kardiologen und Gott?
Antwort: Gott glaubt nicht, dass er Kardiologe ist!

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