Nachhaltig investieren per Yova-"Bank"

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fritz
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Nachhaltig investieren per Yova-"Bank"

Beitrag von fritz » 4. März 2020, 10:07

Also hier für Gluxi (und andere) ein erster Eindruck von https://yova.ch/.

Yova springt auf den Trend, möglichst alles im Internet zu machen, spricht also in erster Linie Internet- und Handyjunkies an, ähnlich wie die neuen Kreditkartenfirmen wie Revolut, N26 oder Neon.
Ich bin auch über Neon zu Yova gekommen, für Neon-Kunden gibt es im Moment noch ein paar Geschenke (sowas macht fritz immer geil), solche Geschenke gibt es natürlich auch mit einem Code von fritz, muss aber erst nochmal nachlesen, was es da gibt.

Yova legt über die Saxobank an, die Anlagen sollten also genauso sicher sein, wie bei jeder anderen Bank. Mündlich wurde mir bestätigt, dass alle Anlagen auf meinen Namen laufen werden, ich sie also im Konkursfall behalten kann. Die AGBs habe nur kurz überflogen... :oops:

Es gibt im Moment keinen Bankschalter oder sowas ähnliches, ich weiss nicht, ob es das mal geben wird, es soll ja alles per Netz gemacht werden. Im Moment gibt es nur zwei Wohnungen, wo die Nerds mit den Laptop-Computern auf Sofas sitzen, so eine Mischung zwischen Google-Büros und Studenten-WG.
Es gibt eine Hotline, ich habe dort bisher zwei Mal angerufen, es hat niemand abgenommen, aber es wurde immer zurückgerufen. Auch E-Mails wurden schnell beantwortet.

Was macht jetzt Yova? Oder besser zuerst, was es nicht macht, nämlich nicht das, was ich erwartet habe.
Es ist kein Robotrading, wie bei Swissquote und anderen, wo einem ein Algorhitmus Entscheidungen abnimmt, kauft und verkauft, je nach Marktsituationen umschichtet.

Es ist eine Art von "gemänätschtem" Fonds mit Aktien und Obligationen drin, aber ohne die hohen Preise solcher Fonds. Zuerst mal gibt es da eine Vorauswahl von Produkten. Diese Auswahl wurde aufgrund von Punkten wie Nachhaltigkeit, Umweltschutz, Regionalität (Swissness), Sexismus (ja, es gibt auch Aktien von Firmen, die bewusst Männer benachteiligen :oops: ), etc.

Dann kommt der Kunde ins Spiel. Er kann zuerst wählen, wieviele Anteile er in Aktien und wieviele in Obligationen investieren will (die Obligationen kommen im Moment wohl etwa Bargeld gleich), das kann auch später verändert werden. Ich habe jetzt mal 60% Aktien gewählt und würde nach einer Bodenbildung an den Märkten den Aktienanteil erhöhen.

Danach kann ich Themen wählen oder ausschliessen, z.B. Elektromobilität, Recycling, Kohlestrom (kann man nur ausschliessen) usw. Je nach der Auswahl ist dann noch eine bestimmte Anzahl Aktien drin, bei mir waren es 40 verschiedene, die man auch noch einzeln abwählen kann.
So dann steht das Portfolio. Es gibt zu jedem Titel eine Firmenbeschreibung.

Dann komt die Identifikation per Video-Chat, die bei mir nicht funktioniert hat. Daher kenne ich deren "Büro".

Jetzt sind die Unterlagen bei der Saxobank zur Kontoeröffnung. Fortsetzung folgt.

Braucht man das?
Wir nicht unbedingt. Aber für junge Leute, die noch nie investiert hatten, sich aber über die nicht vorhandenen Zinsen bei den Banken und deren Gebühren ärgern, nicht ständig Kurse überwachen wollen und auch bei kleinem Einsatz ein grosses Portfolio möchten, ohne sich über Courtagen zu ärgern, welche den ganzen Gewinn wegfressen, ist das sicher interessant.
Gebühren, sind je nach Depotgrösse 0,6 bis 1,2%, inklusive Courtagen. Man kann jederzeit aufstocken oder reduzieren, auch mit regelmässigen Einzahlungen, der Spass beginnt bei 2000 Stutz Startgeld.
Ich werde das jetzt mal durchziehen, auch wenn ich es nicht wirklich "brauche", natürlich nur zur Ergänzung des allseits bekannten fritzens-Contra-Porfolios.

(Keine Gewähr für Falschinformationen, habe mir aber Mühe gegeben und hoffe, dass alles dem aktuellen Stand entspricht)

Gruss
yovafritze
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Re: Nachhaltig investieren per Yova-"Bank"

Beitrag von theDon » 4. März 2020, 11:38

Merci Fritz.

Kann ich auch bspw. 1000 CHF verteilt auf X Finanzprodukte anlegen - so in der Art von Robinhood APP, wo ich einen Bruchteil der Aktien oder ETF's kaufen/verkaufen kann?

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Re: Nachhaltig investieren per Yova-"Bank"

Beitrag von fritz » 4. März 2020, 11:58

Ich verstehe nicht ganz, was du meinst.
Die Mindestanlagesumme ist CHF 2000.- Diese wird auf die von dir gewählten Produkte verteilt, wenn du zum Beispiel 50% Aktien wählst und 20 Aktien in der Auswahl, dann werden 1000 Stutz auf 20 Aktien verteilt, also 50 Franken pro Aktie, egal wie hoch der Wert der Aktie ist.
So zumindest habe ich das verstanden.

Wenn ich jetzt aber noch das Hirn einsetze, dann widerspricht das, dass die Aktien dir gehören werden, denn du kannst ja nicht einen Drittel einer Aktie besitzen... :roll:

Lange Rede - kurzer Sinn: Ich weiss es nicht...

Gruss
fritz
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Re: Nachhaltig investieren per Yova-"Bank"

Beitrag von fritz » 6. März 2020, 18:24

So, das geht jetzt alles recht schnell, das Konto bei der Saxo-Bank ist eröffnet, die Kohle überwiesen.

Ich melde mich dann in etwa einem Jahr wieder mit dem Erfolgs- oder Misserfolgsbericht.

Übrigens: Bei Yova werden Kunden grundsätzlich geduzt, auch in den Verträgen steht meistens nur der Vorname, kann ich leben damit, finde es aber etwas seltsam.
Das scheint bei "modernen" Firmen üblich zu sein, auch bei Neon wird die Korrespondenz immer per Vornamen erledigt. Für die jungen scheint das normal zu sein.

Zum Teil liegt das wohl auch daran, dass heute in vielen Firmen hauptsächlich englisch gesprochen wird, und dort Vornamen eher üblich sind, zumindest im amerikanisch-englisch. Früher ging das Jahre bis sich nur schon die Mitarbeiter untereinander geduzt haben, heute heisst es schnell mal "you can say you to me"... ;)

Gruss
Herr Fritz
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Re: Nachhaltig investieren per Yova-"Bank"

Beitrag von CrashGuru » 6. März 2020, 21:50

Danke fritz. Echt interessant und informativ.

Wenn ich so überlege, was ich für eine "Kundenbeziehung" bei der UBS habe, dann ist diese absolut eine Einseitige...... Ich habe allerdings auch keinen "Berater- oder Anlage-Vertrag". Oder anders herum gesagt, die Bank verdient an mir einfach zu wenig. Also höre ich bestenfalls von ihr, wenn die Gebühren erhöht werden.........also so ein bis zweimal pro Jahr :evil:

So lange die Einlagensicherung spielt dürften auch diese Internetbanken funktionieren. Aber für mich ist diese Art der Kommunikation, wie Du sie beschrieben hast, wenn es um mein Vermögen geht, etwas zu suspekt. Irgendwie brauche ich noch immer einen Ort, bei dem ich zur Tür herein gehen kann um mit einem echten Menschen mögliche Probleme zu regeln. Oder wie in meinem Fall, einen Ansprechpartner mit Telefonnummer, e-Mail-Adresse oder sogar einer echten Postadresse. Im Falle eines Falles, meine ich.....

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Re: Nachhaltig investieren per Yova-"Bank"

Beitrag von fritz » 30. März 2020, 13:13

So, unterdessen wurde dort mein Geld angelegt. Nach drei Wochen steht mein Depot bei -3.75%, während der SMI in der gleichen Zeit etwa 5.5% verloren hat, wobei es bei den aktuell grossen Tagesschwankungen auf den genauen Kaufzeitpunkt ankommt, und den kenne ich nicht.

Wenn ich jetzt dort einen Blick in mein Portfolio werfe, dann sehe ich die Gesamt-Performance und welche Titel drin sind, aber keine Angabe, welcher Titel wie gut oder wie schlecht abgeschnitten hat, es ist eine schwarze Kiste, wo aussen nur das Endresultat draufsteht.

Da gibt es also noch einiges an Verbesserungspotential. Und so ist es für Leute wie wir, die normalerweise einzelne Aktien kaufen, eher nicht so interessant, oder nur wegen den attraktiven Gebühren. Wobei der Gerechtigkeit halber, muss ich auch sagen, wenn ich einen traditionellen Fonds kaufe, der viel teurer ist, bekomme ich dort auch keine detaillierte Abrechnung der einzelnen Titel und habe nicht mal die Möglichkeit bei deren Auswahl mitzubestimmen.

Bei Yova kann ich wenigstens aus deren Vorauswahl selber bestimmen, welche Titel ich drin haben will.

Für Leute, die sich sowieso nicht regelmässig mit dem Inhalt ihres Paketes befassen wollen, aber sicher attraktiv.

Gruss
fritz
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Re: Nachhaltig investieren per Yova-"Bank"

Beitrag von fritz » 23. April 2020, 10:59

Interessantes Update zu Yova:

Yova liest natürlich im wichtigsten Börsenforum der Schweiz mit und hat so mitbekommen, dass sich ein erfahrener und einflussreicher Trader darüber beschwert hat, dass die Performance eine schwarze Kiste sei, man sehe nur das Endresultat, aber nicht die einzelnen Positionen.

Unterdessen gibt es die Möglichkeit, direkt das eigene Konto bei der Saxobank einzusehen. Dort sehe ich in Echtzeit alle Positionen, aber kann natürlich nichts daran ändern, das geht dann wieder nur über die Yova-Seite, wo man seine Strategie ändern kann oder zum Beispiel einzelne Titel ausschliessen kann.

Somit ist jetzt auch klar, dass bei der Saxo-Bank ein Depot unter meinem Namen läuft, das auch wirklich mir gehört. Bruchteile von Aktien gibt es nicht, es wurde wohl vom Algorhitmus so aufgeteilt, bis es am besten passt, die verbleibenden paar Franken als Barguthaben. Auch Dividenden wurden bereits verbucht.
Jetzt kann ich sagen, insgesamt eine gute Sache, für uns erfahrene Trader eher als Diversifizierung, aber für einen Neuling, der in nachhaltige Produkte investieren will, ohne sich ständig mit den Kursen zu beschäftigen, sicher empfehlenswert.

Unterdessen ist mein Portfolio auch leicht im Plus, der Einstieg am 10. März war also nicht komplett falsch.

Gruss
nachhaltigkeitsfritze
Zuletzt geändert von fritz am 23. April 2020, 13:47, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Nachhaltig investieren per Yova-"Bank"

Beitrag von theDon » 23. April 2020, 13:27

Well done Fritz!

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Re: Nachhaltig investieren per Yova-"Bank"

Beitrag von CrashGuru » 26. April 2020, 10:03

Danke fritz. Kann durchaus auch für mich in Frage kommen. Saxo-Bank war sowieso auf dem Radar als weiteres "Standbein".

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Re: Nachhaltig investieren per Yova-"Bank"

Beitrag von CrashGuru » 26. April 2020, 10:14

fritz, 12% Gebühren des angelegten Vermögens :?: :?: :?: Sehe ich das richtig. Damit wäre für mich die yova Bank gestorben :evil:

und als Wohnsitz Spanien wollen sie sowieso nichts von meinem Geld........ :mrgreen:

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